Ubuntu fast fertig eingerichtet
Nachdem ich Linux Ubuntu 10.04 das erste Mal gestartet hatte, habe ich schnell festgestellt, dass einige wichtige Features fehlen. Dies könnten auch erhebliche Gründe sein, warum sich nicht Computer-affine Menschen anderen Betriebssystemen zuwenden. Schon allein die Installation des reinen Betriebssystemes schreckt viele Nutzer ab. Da man Ubuntu aber auch mit einer CD bestellen kann, ist dieser Schritt immerhin etwas vereinfacht. Über bestehende WLAN-Probleme hatte ich bereits eine Lösung angeboten. Hier kommen weitere nützliche Ergänzungen.
Codecs
Das erste Problem, dass sich dem bequemen Anwender stellt, ist das Abspielen von Medien. Dazu muss man erstmal die Medien auf den PC bekommen. Ich habe dazu meinen iPod angeschlossen. Rhythmbox erkennt von meinem Exemplar nur statische Playlists sowie Musik bzw. Podcasts. Ein Vorteil, der sich bei Rhythmbox bildet, ist, dass man die Dateien einfach vom iPod herunterladen kann. Trotzdem werden nachher noch keine Musikdateien abgespielt. Ich empfehle dazu den Artikel bei ubuntuusers.de. Dieser beschreibt die Installation auf der Kommandozeile. Im Software-Center kann man auch einfach nach Codecs suchen. Damit ist man auch gleich mit den nötigen Videocodecs ausgestattet, die DVD-Wiedergabe unter Linux ermöglichen. Alternativ empfehle ich die Installation vom VLC-Mediaplayer. Dieser ist dann wichtig, wenn man die Lautstärke übersteuern möchte oder das Menü in Totem verrücktspielt.
Ohne Fenster geht es nicht
Leider ist das so. Viele Anwendungen stehen einfach für Windows in viel besseren Versionen zur Verfügung. So geschehen mit einem guten Bittorrent-Client. Da ich regelmäßiger Chaosradio Express-Hörer bin und dort ein Bittorrent-Feed angeboten wird, brauchte ich eine Lösung. Für Gnome-Oberflächen gibt es auf dieser Ebene aber keine einfache Lösung, die gleichzeitig auch noch übersichtlich ist. Somit habe ich dann WineHQ mit µTorrent installiert. Das funktioniert soweit ganz gut.
Kommunikation im Internet
Standardmäßig wird mit Ubuntu 10.04 Lucid Lynx der allseits beliebte Browser Mozilla Firefox mitgliefert. Dass für diesen die Installation eines AdBlockers Pflicht ist, sollte selbstverständlich sein. Nun wissen wir aber alle, dass Firefox bei weitem nicht der schnellste Browser ist. Ich habe mich deshalb für Google Chrome entschieden. Dies hat auch noch andere Gründe. Zum einen verwende ich kein Adobe Flash (man könnte es wieder über das Software-Center installieren). Das liegt an der geringen Geschwindigkeit und an mangelndem RAM. Für ressourcenschonendes Surfen ist das also sehr zu empfehlen. Außerdem kann Chrome im Gegensatz zu Firefox die HTML5-Videos von Youtube abspielen. Und da Google auch einen neuen Codec veröffentlicht hat, wird dieser sicherlich auch in Chrome abspielbar sein.
Als Email-Programm kommt bei mir standardgemäß Thunderbird zum Einsatz. Ich hatte mit Evolution ein kurzes Intermezzo, dieses war aber nicht von Erfolg gekrönt. Der Instant-Messaging Client Pidgin und Skype runden das Angebot ab. Zu Skype vielleicht noch ein paar Worte: Es ist eine Betaversion. Dennoch finde ich diese schlichte Version wesentlicher übersichtlicher als die Windowsversion. Außerdem kann ich meinen Bildschirm oder einen Bildschirmausschnitt per Video übertragen.
Entwicklungstools
Als hobbymäßiger Webentwickler darf natürlich ein Server nicht fehlen. Ich rate sehr von XAMPP ab. Linux bietet alle Pakete selber an. Bei mir läuft jetzt ein ApacheMySQLPHP-Server. Die Einrichtung von phpmyadmin stellte sich etwas schwieriger dar, da die Passwortverwaltung ohne die Angabe eines Passwortes ein paar Probleme hat. Für alle MySQL-Freaks empfehle ich die MySQL Workbench. Diese ist für Linux noch etwas buggy, bringt aber erstaunlich viele Verwaltungseigenschaften. Am Besten gefällt mir die visuelle Verwaltung der einzelnen Tabellen und deren Verbindungen. Abschließend darf natürlich nicht Eclipse fehlen. Allerdings habe ich da bis jetzt noch das Problem, dass ich da keine zweite Sprache neben Java reinbekomme… Da muss ich mich nochmal dahinterklemmen. Die Entwicklung von PHP-Dateien geht so und so im gedit am Besten
Was habe ich noch gemacht?
Viele Veränderungen habe ich weiter nicht vorgenommen. Das Desgn habe ich umgestellt und den Warntorn auf “Tropfen” geändert. Des Weiteren startet Rhythmbox bei mir jetzt mit jedem Start mit. Die Anfangsmelodie habe ich auch über die Startprogramme ausgestellt. Dieser Startsound musste einfach deaktiviert werden, der war mir zu nervig. Thunderbird habe ich noch in das Notification-Applet eingetragen, um den Schnellstart zu aktivieren. Jetzt muss ich nur auf den Brief drücken und dann Thunderbird starten. Allerdings gibt es dafür schon Erweiterungen, die bis jetzt allerdings noch nicht brauchbar sind. Meine Lösung ist auch nicht so schön, weshalb ich davor jetzt erstmal abraten würde.
Abschließend vielleicht noch ein paar andere Fakten. Vergleicht man die Startgeschwindigkeit von meinem Ubuntu auf diesem Rechner (700mHz, 256MB RAM) mit einem neuen Netbook (1,66 GHz, 1GB RAM) mit Windows 7 Starter, so ist die Startzeit ungefähr gleich. Ich muss dazu sagen, dass bei mir natürlich auch noch der Apache mitstartet. Im Gegenzug habe ich keine Firewall und kein Antivirenprogramm installiert.